Sonntag, 14. Mai 2017

13 Reasons Why - oder: Wie schlecht kann ein Hauptcharakter sein?

So ich habe mir jetzt auch mal die Serie "13 Reasons Why" angesehen und muss sagen: Ich habe selten so eine gute Serie gesehen, bei der ich die Hauptdarstellerin so sehr hasse.
Hannah Baker. Jung und naiv, heuchlerisch.

Ich bin ohne viel Hintergrundwissen in die Serie gegangen. Das einzige was ich vorher darüber gelesen habe war, dass es um ein junges Mädchen geht, welches sich selbst umgebracht hat und auf Kassetten beschreibt, warum das passiert ist.
Zudem wurde des öfteren gesagt, dass man die Serie als labile oder depressive Person nicht gucken sollte.
Meiner Meinung nach ist das Quatsch. Es geht um ein High School Mädchen was ein paar schlechte Ereignisse in ihrem Leben hat und die Schuld komplett anderen zuweist. Sie hat keine Fehler gemacht, sie wurde gemobbt und in den Tod getrieben. NEIN! Sie hat sich in irgendwelchen Hirngespinsten verfangen und es wurde auch schon richtig gesagt:"Jedes Drama musst du zu deinem machen, oder?".
Hannah ist an sich ein sehr cooler Charakter, sie ist nur sehr von sich selbst überzeugt und bezieht alles auf sich. Ich finde auch nicht, dass sie sich wie eine "typisch" depressive Person verhält (was auch immer hier mit typisch gemeint ist). Sie übertreibt maßlos und zieht alle mit hinein. Klar, einiges ist nachvollziehbar und auch echt mies gewesen, aber das meiste ist einfach nur lächerlich.
Wenn man diese Person als "betroffener" sieht, dann muss man sich nicht die Gedanken machen noch weiter in seine Krankheit reinzurutschen.
Die Thematik ist furchtbar, keine Frage, aber Hannah durchlebt nichts, was man nicht von irgendwoher (oder sogar von sich selbst) kennt.
Natürlich durchlebt jeder seine eigene Hölle anders, dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte recht ungeschickt verpackt und unrealistisch wirkt.
An sich fand ich die Serie wirklich gut, sehr spannend und man wurde gefesselt, weil man nicht wusste, was genau als nächstes passiert.
Eigentlich war ich eher darauf gespannt, wann denn endlich etwas passiert, was sie tatsächlich verleiten könnte einen Selbstmord zu begehen.
Ich denke das wird alles gerade nur hochgepusht, weil die Thematik eine ist, welche sehr selten angesprochen wird bzw. ein Tabu ist.
Doch stellt sich die Frage, ob nicht die Medien dann das schlimme sind und nicht die Serie. In den Medien wurde quasi davor gewarnt diese Serie zu gucken, wenn man eine Krankheit wie Depressionen hat oder generell labil ist. Wenn ich mir so einer Intention in eine Serie gehe, dann kann ich mir schon vorstellen, dass es einem nochmal schlimmer vorkommt, was alles passiert. Ich jedoch bin mit dem Hintergedanken "wie schlimm kann eine Serie schon sein" in diese Serie gegangen und muss sagen, dieser Hintergedanke hat sich bestätigt.
Das schlimme an dieser Serie ist meiner Meinung nach, wie die (noch lebenden) Jugendlichen, welche für den Handlungsstrang essentiell sind, mit der gesamten Sache und den Kassetten umgehen.
Wie ignorant und hinterhältig alles gespielt wird. DAS ist das schlimme an der Serie, wie diese heuchlerischen Freundschaften bestehen bleiben und sich durch ein Lügenkonstrukt erhalten.
Tatsächlich denke ich, dass es in so einem Fall tatsächlich zu solch ein Verhalten kommen kann.
Dennoch muss ich sagen, diese Serie ist sehr interessant aufgebaut und zu sehen, wie langsam alles aufgedeckt wird, durch die tote Person selbst, ist ziemlich spannend.
Schauspielerisch kann ich auch nur Lob aussprechen, man fühlt mit den Schauspielern (naja außer ich mit Hannah). Die Serie ist trotz dessen zu sehr gehyped. Alle können Hannah so gut nachvollziehen und finden es sehr realistisch, aber, wenn man selbst an solch einer Krankheit leidet, die einen runterzieht und sich schlecht fühlen lässt, dann empfindet man vielleicht eher Verachtung gegenüber des Hauptcharakters.
Ich hasse sie zumindest. Also wirklich übertrieben. Der Charakter ist furchtbar!
"Just because you're offended doesn't mean you are right" und genau dieser Spruch ging mir durchgängig durch den Kopf.

Es ist so eine traurige Geschichte, die mir durch ihr Verhalten alles etwas versaut hat. Dieses übertriebene Getue.
Also ich denke, dass es natürlich schlimm ist, was passiert ist, aber es ist auch anstrengend wie sie sich Verhält.
Ihre Mutter ist auch ein schlimmer Charakter, vielleicht liegt das dann in dieser gemachten Familie.
Es gibt einen Charakter der wirklich der schlimmste von allen ist und der es verdient hat alles schlechte in dieser Welt zu erleben, aber das muss man für sich selbst herausfinden.
Ich sage nur so viel: man könnte alle Folgen auf die beiden letzten runterbrechen und sie wäre deutlich realistischer und nachvollziehbarer als der Krampf den ich die vorherigen Folgen mit Hannah durchlebt habe.

Im Grunde könnte ich jedem empfehlen die Serie zu gucken, da sie wirklich gut gemacht ist. Ich würde auch nicht sagen, dass man als "labile" oder psychisch kranke Person diese meiden sollte. Sie sollte einfach nicht zu ernst genommen werden und vor allem nicht so übertrieben betitelt.

In diesem Sinne: fröhliches Netflixen. Nicht zu sehr von Hannah nerven lassen ^^

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